
Friedrichshafen: Zukunftsprofil Klinikum
Die Krankenhauslandschaft befindet sich in einem spürbaren Wandlungsprozess. Ursache hierfür sind die demographischen Veränderungen, der technische Fortschritt in der medizinischen Versorgung und die Krankenhausfinanzierung. Ausgelöst durch Fallpauschalen und Sonderentgelte wurde ab 2004 der Trend zur Bettenreduzierung und zu kürzeren Verweildauern in den Kliniken verstärkt. Diese Entwicklungen haben den Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern deutlich verschärft und veranlassen die Kommunen zu Überlegungen zur Sicherung der zukünftigen Gesundheitsversorgung.

|
 |
Nach Prognosen der Unternehmensberatung McKinsey ist jedes dritte Krankenhaus in Deutschland von einer Schließung bedroht. Steigende Kosten und die zunehmende Konkurrenzsituation im Gesundheitswesen erfordern deshalb eine differenzierte Analyse der Ausgangslage und eine strategische Neuausrichtung der Krankenhäuser.
Ein Indiz für den massiven Umbruch sind die steigenden Zahlen der Privatisierungen, Fusionen und Verkäufe von Kliniken. Um mit weniger Betten mehr Patienten in kürzerer Zeit behandeln zu können, stehen viele Krankenhäuser vor der Notwendigkeit umfassender infrastruktureller und personeller Investitionen.
Von diesen allgemeinen Entwicklungen ist auch das Klinikum Friedrichshafen- betroffen. Das Klinikum ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Friedrichshafen und wird seit 2005 als GmbH geführt. Es handelt sich um ein Krankenhaus der Zentralversorgung mit rund 850 Mitarbeitern in 11 Kliniken und Instituten. Pro Jahr werden rd. 28.000 Patienten behandelt.
Die KE hat im Auftrag des Klinikums Friedrichshafen Grundlagen für ein Zukunftsprofil analysiert. Dabei standen folgende Fragen im Vordergrund:
• Wie ist die Konkurrenzsituation des Klinikums Friedrichshafen im Bodenseeraum zu bewerten?
• Wie setzt sich das Einzugsgebiet des Klinikums zusammen?
• Welche Einwohnerentwicklung und demographischen Veränderungen sind für das Einzugsgebiet zu -erwarten?
• Welche Krankheitsentwicklung ist im Einzugsgebiet unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und sich verändernder Prävalenzen zu erwarten?
• Welche strategischen Empfehlungen leiten sich für die weitere Entwicklung ab?
In einem ersten Teil wurden die Potenziale des Klinikums Friedrichshafen unter Berücksichtigung der regionalen Situation auf ihre Ausrichtung und Profilbildung analysiert. Die Analyse des Einzugsgebietes erfolgte auf der Basis von Diagnosegruppen bis auf die Ebene der Fachabteilungen. Es zeigte sich, dass das Einzugsgebiet äußerst homogen ist und die Potenziale in einigen Fachabteilungen längst noch nicht ausgeschöpft sind. Die künftige Einwohnerentwicklung nach Altersgruppen und Geschlecht im Einzugsgebiet des Klinikums wurde bis zum Jahr 2015 in zwei unterschiedlichen Szenarien ermittelt. Die Berechnung der Krankheitsentwicklung erfolgte nach Diagnosegruppen. Dabei wurden die Szenarien „stagnierende Prävalenz“ und „dynamische Prävalenz“ unterschieden.
Die Empfehlungen umfassen die -Themen Anbindung des Einzugsgebietes, Profilierung, Information und Kommunikation, Servicequalität und Bewertung der vorgesehenen Aus- und Umbaumaßnahmen. Die Ergebnisse sind Grundlage für weitere- strategische Entscheidungen der Klinikleitung.
Die Entwicklung der Krankenhausversorgung ist ein sensibles Thema, das die Bürger gleichermaßen berührt wie die Krankenhausträger. Die systematische Vorgehensweise ist modellhaft und auf vergleichbare Entscheidungssituationen übertragbar. Sie versachlicht ein Thema, das vielschichtige Aspekte zu berücksichtigen hat. |
 |
Ihr Ansprechpartner: |
|
Herr
Bertram Roth
LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH
|
| Tel. geschäftlich: |
07 11/64 54-124 |
| Fax: |
07 11/64 54-100 |
| Email: |
bertram.roth@lbbw-im.de |
| |
| Adresse: |
Olgastraße 86 |
| PLZ Ort: |
70180 Stuttgart |
| Land/Bundesland: |
Deutschland / (Baden-Württemberg) |